Projekttitel:
Automatisierte Jobchancen-Ermittlung

Projektleitung:
Herr Armin Bulenda, Bundesagentur für Arbeit
HerrAlexander Lurz, Jobcenter Schwabach
Herr Thomas Dziuba, Kreisverwaltung Rheingau-Taunus

Ausgangssituation:
Die Kundinnen kommen nach der Antragsstellung mit sehr unterschiedlichen Qualifikationen und Vermittlungshemmnissen auf das Fallmanagement zu. Ein fundiertes Profiling stellt die wesentliche Ausgangsbasis für eine gemeinsame Integrationsarbeit von Kundinnen mit der Vermittlungs- bzw. Beratungsfachkraft dar. In der Arbeitsvermittlung findet im Rahmen des Erstgesprächs unter anderen eine Ressourcenanalyse statt. Die Datenerhebung der Kundinnen erfolgt zum einen aus dem Bewerberinformationsbogen der im Vorfeld über ein Arbeitspaket die beruflichen und übergreifenden Kompetenzen abfragt und zum anderen anschließend mit Vermittlungs- bzw. Beratungsfachkraft zusammen ergänzt, überarbeitet bzw. „realistisch“ eingeschätzt werden. Die Ergebnisse werden dann z. B. unter „Fähigkeiten“ in Verbis erfasst. In einem zweiten Schritt erfolgt eine Potenzialanalyse bis hin zu einer Erarbeitung eines Integrationsplan und der Festlegung von vermittlungsrelevanten oder persönlichen Handlungsbedarfen. Dieses Vorgehen erfolgt in einer „handwerklichen Art“ nach Einschätzung und der Erfahrung der Vermittlungs- bzw. Beratungsfachkraft und dem festgelegten Geschäftsprozess. Die „handwerkliche Arbeit“ der Vermittlungs- bzw. Beratungsfachkraft kann mit einem Tool, ein Hilfsmittel an die Hand gegeben werden. Das Tool kann anhand der erfassten Stärken, Kompetenzen, Qualifizierungen, Erkenntnissen aus ärztlichen Gutachten über die körperlichen und psychologischen Einschränkungen und des Werdegangs bzw. Lebenslaufs eine qualifizierte Score-Einschätzung bilden. Über die Einschätzung durch das Tool kann die Vermittlungs- bzw. Beratungsfachkraft Erkenntnisse mit dem Ziel gewinnen, dass diese Ergebnisse Auskünfte bzgl. Einschätzung der Länge der Integrationsdauer, der Aussicht auf eine schnelle Vermittlung aufgrund guter Jobchancen, oder das Risikos der besonders langen Verweildauer als SGB II-Kundinnen geben. Die Erkenntnisse finden dann in die zukünftig mit den Kundinnen festzulegende Integrationsplanung Eingang.  

Projektziele:
• Durch Entwicklung eines Tools „Jobchancenermittlung“ ein zielgerichtetes Vorgehen bei der Kundenberatung erreichen
• Leichtere bzw. schneller Erkennbarkeit des Handlungsbedarfes
• ein lernendes System das auf Datenbasis ähnlich gelagerte Fälle analysiert und daraus Strategien für nachfolgende „ähnliche“ Profillagen erstellt (Idee dahinter „IBM-Watson“ welche Anwendung im Gesundheitsbereich findet mit ärztlichen Diagnosen auf Grundlage von verschiedenen Beschwerden und Symptome und durch automatisierte Dursuchung von Fachliteratur dem Arzt einen Diagnosehinweis als Empfehlung gibt, siehe https://www.ibm.com/de-de/blogs/think/2016/06/10/ibm-watson-gesundheitswesen/
• Identifizierung der Jobchancen durch das Tool mit dem Ergebnis, dass diese Hinweise abgeleitet werden können in erste Handlungsempfehlungen für den Vermittler
• Leicht nutzbare Anwendung als Unterstützung für die Mitarbeiter beim gesamten Vermittlungsprozess mit datengetriebenen Empfehlungen
• Optimierung der Beratung und der Entscheidungen für die Kundinnen, so dass Entstehung von Langzeitarbeitslosigkeit vermieden werden kann

Die Ergebnisse dieses Projekts werden an einem Messestand vorgestellt.

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