Projekttitel:
Attraktivität von Meldeterminen im Jobcoaching

Organisation:
Pro Arbeit – Kreis Offenbach – (AöR) – Kommunales Jobcenter

Projektleitung:
Frau Nadine Tiegel


Ausgangssituation:
Entsprechend der in §§ 13 – 15 SGB I geregelten Grundlagen, unterliegen Leistungsträger nach dem SGB II  Informations-, Beratungs- und Aufklärungspflichten. Der gesetzliche Anspruch auf Beratungsleistungen im SGB II erschließt sich aus den Zielen der Grundsicherung, die Beratungsleistungen umfassen (§ 1 Abs. 3 Nr. 1 SGB II). Um sowohl den im SGB I geregelten Pflichten, als auch die Zielsetzung des SGB II, zu verwirklichen und nachzukommen finden sogenannte Meldetermine in der Fachabteilung Jobcoaching statt. In den Beratungsgesprächen werden die Leistungsberechtigten über Rechte und Pflichten (Grundsatz des Förderns entsprechend § 14 SGB II und den Grundsatz des Forderns entsprechend § 2 SGB II) und Fördermöglichkeiten aufgeklart und erhalten Beratung bezüglich der Reintegration in Arbeit oder zum Ausbau des Beschäftigungsverhältnisses, sowie weitergehende Informationen. Häufig werden diese Meldetermine (ohne vorherige Absage) nicht wahrgenommen, so dass sich die Frage stellt: „Wie kann diese Situation verhindert werden und welche Faktoren spielen hierbei eine entscheidende Rolle?“ Gleichfalls berichteten viele Leistungsberechtigte im Erstgespräch, dass Ihnen die Zielsetzung, die durch regelmäßige Termine verfolgt wird, nicht bekannt ist. Wie ist es möglich, positive Rahmenbedingungen für Gesprächstermine im Jobcoaching zu schaffen, sodass diese für die Leistungsberechtigten „attraktiv, effektiv und effizient“ gestaltet werden können?

Projektziele:
Ziel des Projektes ist es positiv und negativ Erlebte Beratungsansätze herauszuarbeiten, um die Qualität und Attraktivität von Meldeterminen durch ein passendes Leistungsangebot sicherzustellen. Dazu soll eine Befragung durchgeführt werden. Die Befragung von Leistungsberechtigten und Mitarbeitern des kommunalen Jobcenters Pro Arbeit (Bereich Jobcoaching) ermöglicht es Aussagen über die Beratungspraxis im Jobcenter und die für die Leistungsberechtigten relevanten Themenbereiche zu eruieren. Gleichzeitig ermöglicht die beidseitige Befragung die Möglichkeit die Erwartungshaltung und das Rollenverständnis von Mitarbeiter/innen und Klient/innen zu erfassen und die Beratung entsprechend der Ergebnisse zu gestalten. Des Weiteren erhalten die Klienten/innen die Möglichkeit sich aktiv an den Prozessen des Jobcenters zu beteiligen und so das Beratungsangebot aktiv mitzugestalten.  Ein weiterer Aspekt sind die mit den Meldeterminen einhergehenden Leistungskürzungen, die das am „Existenzminimum“ lebenden Gesellschaftsschicht reduzieren und hierdurch soziale Teilhabe und Lebensqualität einschränken.

Folgende Fragen sollen im Rahmen des Fragebogens behandelt werden:

  • Welches Kommunikationsverhalten wird von Klient/innen und Mitarbeiter/innen eines Jobcenters erwartet?
  • Welche Medien sollten zur beidseitigen Kommunikation verwendet werden?
  • Auf welche Eigenschaften legen die Leistungsberechtigten/ Jobcoaches bei der Kommunikation wert?
  • Stellt Freiwilligkeit ein geeignetes Mittel um die Attraktivität von Meldeterminen zu gewährleisten und welche Risiken und Chancen sind damit verbunden?
  • Wie lange sollte ein Gespräch im Jobcenter dauern und wie viel Zeit benötigen Klient/innen um die Vereinbarungen umzusetzen?
  • Wie werden vorhandene Beratungsmethoden/ -instrumente von den Klient/innen und Mitarbeiter/innen erlebt?
  • Welche Unterstützungsangebote seitens des Beraters werden von den Klient/innen gewünscht?
  • Welche Anforderungen stellen Klient/innen an Ihre Berater/innen in Jobcentern?

Die Ergebnisse dieses Projekts werden an einem Messestand vorgestellt.

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